Wie können Folgeoperationen bei der Behandlung von Brustkrebs reduziert werden?

Nicolas Weiss

Nicolas Weiss

Geschäftsführer PreciPoint

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Behandlung von Brustkrebspatientinnen erfordert häufig nicht nur einen, sondern mehrere chirurgische Eingriffe. Diese sind für die Patientinnen äußerst unangenehm und mit Risiken verbunden. Studien haben gezeigt, dass intraoperative Schnellschnittuntersuchungen die Rate an Folgeoperationen erheblich reduzieren können. Allerdings gehören diese Analysen derzeit noch nicht zur gängigen Praxis bei der chirurgischen Brustkrebstherapie. Die Digitalisierung kann die Verfügbarkeit von intraoperativen Untersuchungen erhöhen und damit indirekt zu einer verbesserten Versorgung von Brustkrebspatientinnen beitragen.

Wie verbreitet ist Brustkrebs bei Frauen in Deutschland?

Etwa 30 Prozent aller Krebspatientinnen in Deutschland sind an Brustkrebs erkrankt. Dabei müssen mehr als 90 Prozent aller Frauen, bei denen Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert wird, operiert werden. 20 bis 40 Prozent dieser Patientinnen benötigen mindestens eine weitere Operation zur vollständigen Entfernung des tumorpositiven Gewebes.

Folgeoperationen sind stets mit Unannehmlichkeiten und Risiken für die Patienten verbunden und führen zu einer Verzögerung bei der anschließenden Bestrahlungstherapie – sowie weiteren unterstützenden Maßnahmen. Darüber hinaus sorgen sie für erhöhte Kosten im Gesundheitswesen.

Inwiefern können intraoperative histopathologische Untersuchungen Folgeoperationen reduzieren?

Intraoperative pathologische Untersuchungen in Form einer mikroskopischen Schnellbeurteilung des Gewebes noch während der OP können die Rate von erneuten Operationen in der Brustkrebsbehandlung signifikant verringern. Studien zeigen, dass bei Brustkrebs die Rate der Folgeoperationen durch Schnellschnittverfahren um 70 Prozent von 48,9 Prozent auf 14,9 Prozent reduziert werden konnte.

Dabei besteht das Hauptziel der intraoperativen Untersuchung darin, dem operierenden Chirurgen möglichst rasch Informationen zu liefern, anhand derer er über den weiteren Verlauf der Operation entscheiden kann. Der Pathologe setzt dazu üblicherweise das sogenannte Schnellschnittverfahren ein, bei welchem das Gewebe schockgefrostet, geschnitten, gefärbt und unter dem Mikroskop beurteilt wird. Diese Untersuchung darf nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern, da in dieser Zeit die Patientinnen weiterhin unter Narkose gehalten werden. So ermöglichen intraoperative Konsultationen dem Chirurgen bereits während der ersten Brustkrebsoperation zusätzliches Brustgewebe zu resezieren oder eine axilläre Lymphonodektomie (cALND) durchzuführen.

Breast Cancer Statistics PreciPoint
Brustkrebs-Statistiken

Warum sind intraoperative Schnellschnittoperationen in der brusterhaltenden Chirurgie noch nicht überall im Einsatz?

Intraoperative Schnellschnittuntersuchungen der Ränder sind bei Patientinnen, die sich einer brusterhaltenden Therapie unterziehen, derzeit noch keine gängige Praxis. Zahlreiche Einrichtungen können standardmäßig keine intraoperative Untersuchung von Lumpektomie-Proben und noch weniger eine Schnellschnittuntersuchung der Resektionsränder für diese Proben anbieten. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die eingeschränkte lokale Verfügbarkeit von Pathologen und Beschränkungen bei den Standard-Schnellschnitttechniken.

Wie kann die Behandlung von Brustkrebs verbessert werden?

Die Digitalisierung intraoperativer Untersuchungen kann indirekt durch die verbesserte Verfügbarkeit und Durchführbarkeit intraoperativer Konsultationen zu einer verbesserten Versorgung von Brustkrebspatientinnen beitragen. So kann beispielsweise die Zusammenarbeit von Spezialisten während der Konsultation ermöglicht werden (lesen Sie mehr zum Thema in unserem Artikel: 3 Gründe, warum Pathologen die Digitalisierung der intraoperativen Konsultation ernsthaft in Erwägung ziehen sollten). Dadurch können die Patientenversorgung und die Therapieansätze weiter optimiert und die Behandlungsergebnisse für die Patientinnenen verbessert werden.

Zweitmeinungen Pathologie PreciPoint
Zweitmeinung im Rahmen intraoperativer Konsultationen

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Quellen:

1. Jorns, J. M., Visscher, D., Sabel, M., Breslin, T., Healy, P., Daignaut, S., Myers, J. L., & Wu, A. J. (2012). Intraoperative frozen section analysis of margins in breast conserving surgery significantly decreases reoperative rates: one-year experience at an ambulatory surgical center. American journal of clinical pathology, 138(5), 657–669. https://doi.org/10.1309/AJCP4IEMXCJ1GDTS. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23086766/)

2. Chagpar AB, Killelea BK, Tsangaris TN, et al. A randomized, controlled trial of cavity shave margins in breast cancer. N Engl J Med. 2015;373(6):503–10. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1504473. (https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/nejmoa1504473)

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